News
Stammtisch
Veranstaltungen
Rückblick 2017
Fahrzeuge im FkA
Wir suchen einen XK
Ode an das Cabriolet
Krank -Blinkversagen
Das Gedicht vom FkA
Oldtimerclub ?
Informationen
Impressum
FIGARO KLUB BAVARIA

Wir suchen einen XK 150 – oder von Beleidigung und Handgreiflichkeit

 

Man wird einfach älter, jeden Tag – jede Stunde – jeden Atemzug – unvermeidlich, die Natur hat es so geplant. Leider bedeutet es auch den Verfall des Körpers – trotz aller Versprechungen der Änderungs-Fleischereien. Als Konsequenz sollte man seine Lebensgewohnheiten danach richten. Irgendwann haben wir bemerkt, dass die Anzahl der Triefnasen-Tage im direktem Zusammenhang mit Fahrten ohne Heizung und Seitenscheiben stehen, nach dem Motto: je mehr frier desto mehr rotz...... Logische Konsequenz: Trennung von heizungslosen und seitlich offenen Oldtimern, was zum Verkauf des MG TD und Alvis TB 21 führte. Der MGC hat zwar Heizung und Seitenscheiben, aber bei geschlossenem Verdeck habe ich das Sichtfeld einer Burka, Ampeln und Seitenwege werden durch Dachhaut verdeckt. Also auch Trennung und dafür eine bessere Alternative. Nicht ganz einfach bei meiner Länge und noch schwieriger, weil meine Frau den Boliden auch fahren muss, besonders nachts. Und bequem soll er sein und sicher – wir hängen am Leben. Irgendwann filterte sich der Jaguar XK 150 DHC heraus, sieht noch aus wie ein Oldtimer, hat aber schon 4 Scheibenbremsen. 

 

Ab Januar 2017 wurde der Alvis angeboten und seitdem wurde im Internet nach XK 150 gesucht. Davon gibt es eigentlich genug, nur sehr weit verstreut. Im Juni haben wir dann in NL-Boxtel auf unserer SUF-TOUR NL den ersten XK gesichtet, sogar für einen großen Menschen umgebaut. Allerdings war nicht vorgesehen, dass auch ein kleiner Mensch das Teil fahren sollte, der Sitz fest montiert ohne jegliche Verstellmöglichkeit. Außerdem mit einem Motor vom E-Type und einer moderne 5-Gang Automatik – und dazu sauteuer mit € 154.000. Er ist immer noch zu haben........

 

Wieder zuhause wurde Anfang Juli durch Zufall der nächste XK angeboten, Maroon und Tan innen. Der Lack komplett mit Chronoswiss Werbung beklebt, zwei Buchstaben waren schon entfernt und hinterließen ein kräftiges Schattenbild. Die Reifen 18 Jahre alt, der TÜV schon zwei Jahre abgelaufen, das Mossgetriebe krachte bei jedem Schaltvorgang und die Kupplung kam am Ende des Pedalweges und rutschte durch. Außerdem konnte man den Kofferraum nicht öffnen wegen eines defekten Schlosses. Dafür wurde € 90.000 verlangt, der Alvis war noch nicht verkauft, wir warten ab. Nach zwei Monaten waren alle Schäden beseitigt und jetzt soll er € 129.000 kosten – träumt weiter. Er ist immer noch zu haben........

 

Der Alvis wurde Ende Juli bezahlt und abgeholt, wir starteten durch – Nr.3 war in der Nähe von Nürnberg bei einem Händler und wir fuhren im MG hin zwecks Inzahlungnahme. Laut Inserat Frame-off restauriert mit kompletter Dokumentation und im perfekten Zustand für schlappe € 140.000. Laut Classic Analytics schon € 10.000 über Zustand 1. Wir trafen uns bei einer Werkstatt zwecks Hebebühne. Schon bei der Ankunft fiel auf, dass der Zusatzlüfter lief und der Tankdeckel offen stand. Der angeklebte Gummi sei abgefallen - logisch wenn das werkseitige Blech fehlt. Auf die Bühne zur Prüfung – der Stabi hing nur noch an einer einzigen Schraube weil alle Sprengringe fehlten, ein Mechaniker befestigte ihn wieder. An den Bodenbretter fehlen die Deckel der Wagenheberaufnahmen (bei Regen nasse Teppiche), die Türunterseiten haben statt einem Abflussloch deren Fünf und aus einem schaut ein Schraubengewinde heraus. Hätte man jetzt die Türe zugeschlagen, gäbe es eine schöne Delle im Schweller. Der Händler löst das Problem indem er sie schwungvoll in die Tür zurück schnalzt. Jetzt war ihm auch klar, warum sich das Seitenfenster nicht mehr öffnen ließ. Spontan teilte er mit, dass auch Tankanzeige und Amperemeter defekt sind – alles Kleinigkeiten. Am vorderen Rahmen gab es frischen Farbnebel – auf Nachfrage wurde nichts nachlackiert. Hier ist aber Farbnebel....... ach ja, da war ein kleiner Kratzer, eine Kleinigkeit - die wir..... der Farbnebel ist aber so lang wie der Kotflügel........ dann muss ich wohl die Wahrheit sagen, mein Vater hat den Wagen seitlich an eine Mauer gesetzt. Bei Reifen von 1998 nicht verwunderlich. Insgesamt war der Unterboden komplett gemacht, aber schlampig montiert – auf zur Probefahrt. Beim ersten leichten Bremsmanöver blockieren die Hinterräder, ein sanftes Anbremsen nicht möglich, wir fuhren aus dem Industriegebiet hinaus aufs Land. Schon nach fünf Minuten zeigt das Wasserthermometer 85°, kurz darauf 90° und der Zusatzlüfter schaltet sich ein. Wir fuhren sofort zurück, beim Treffpunkt stand die Nadel kurz vor 100° - am sonnigen Septembertag bei 16°! Hatten Sie nie Temperaturprobleme? Nein, und wir waren mit dem Wagen dieses Jahr in Südfrankreich – interessant, denn laut Ölwechselzettel wurden seit 2015 gerade mal 450 Meilen zurückgelegt. Ach ja, die Unterlagen – leider vergessen zuhause, es gibt sowieso nur ein paar Fotos der Restaurierung ohne Rechnungen. Wir zählten alle gefundenen Mängel auf, die fleißig notiert wurden und zwei Seiten füllten. Vorschlag, wenn Sie den Wagen jetzt sofort für € 138.000 kaufen, lasse ich alle Mängel beseitigen und ich nehme sogar den MG für € 22.000 in Zahlung. Soviel Entgegenkommen war fast zuviel. Und was ist mit den Mängeln die wir nicht gefunden haben......... wunderschöne Rückfahrt in einem perfekten MG durchs Altmühltal. Der XK ist immer noch zu haben........

 

Unser nächstliegendes Objekt der Begierde wurde von einem Händler in Steyr angeboten, 30 Jahre in einer Hand, vor kurzem restauriert, mit Servolenkung und matching numbers. Das Telefonat war positiv und negativ, positiv weil absolut Rostfrei und von seinem langjährigen Eigner selbst aus Florida importiert und bestens gepflegt. Negativ weil der Wagen nicht in Steyr sondern in Wien stand. Also ab nach Baden bei Wien. Zuerst wandelten wir im Kurpark mit Kurkonzert, dann trafen wir den Besitzer zum Abendessen. Er hatte alle Papiere seit dem Kauf dabei. Die kürzliche Restauration war vor 18 Jahren, die Servolenkung war ein Computerfehler und ausgeliefert war der Wagen mit anderem Motor und mit Automatik – na dann guten Appetit. Am nächsten Morgen Treffpunkt wieder bei einer Werkstatt wegen Hebebühne. Von unten sah der Wagen ziemlich verbraucht aus, aber ohne Durchrostungen. Die Reifen hatten noch nicht mal eine DOT-Nummer, neuer Altersrekord. Aber um die Lampen und am Scheibenrahmen gab es schon einige Blasen. Probefahrt war zweigeteilt, das Mossgetriebe schwer zu schalten, aber der Motor war Temperaturmässig perfekt. Allerdings war das Gaspedal eine Zumutung, man musste wie ein Elefant drauf treten. Uli versuchte ihn auch zu fahren, aber kam nicht über die Leerlaufdrehzahl hinaus – Probefahrt abgebrochen und zurück. Am Treffpunkt zählten wir die Mängel auf, erst als ein herbeigerufener Mechaniker das Gaspedal als vollkommen fest diagnostiziert, nahm der Verkäufer unsere Mängel ernst. Während der Mechaniker das Gasgestänge gangbar machte, wollten wir das Verdeck aufspannen. Der Verkäufer teilte mit, dass man dazu zwei Kabelbinder bräuchte weil sonst das Verdeck bei der Fahrt aufspringt – das Ende des Verkaufsgesprächs – wir fuhren ziemlich frustriert zurück, in den Inseraten steckt mehr Märchenpotential als bei den Gebrüder Grimm. Im Zustand 2 wird der XK 150 DHC mit € 100.000 bewertet, dieser Wagen im Zustand 3 sollte € 124.000 kosten. Irgendwann mailte der Besitzer uns, dass alle Mängel beseitigt wären, der Wagen jetzt aber € 129.00 kosten würde. Er ist immer noch zu haben........

 

Der letzte XK mit Automatik war leider in Belgien – also vorher sorgfältig telefoniert. Der Wagen wurde 2014 komplett Body-off restauriert, ist matching numbers und garantiert Rostfrei. Ok, dann kommen wir – da in NL-Waalwijk noch ein XK mit Getrag Getriebe steht werden die 250 Km Umweg noch drauf  gepackt. Erste Etappe zu meiner Schwester in die Eifel, am nächsten Tag bei schöner Septembersonne an Brüssel vorbei nach Waregem. Adresse dank Navi gefunden, der XK steht schon draußen. Mittleres Grün und innen Tan sieht nicht schlecht aus. Wirklich kein Rost, aber auch kein Wagenheber. Probefahrt zur Werkstatt mit Hebebühne, der Verkäufer fährt. Anfahren geht nur auf 2, auf D passiert nichts. Bei etwa 40 schaltet er auf D, schneller fahren wir nicht und sind bald da. Auf der Bühne dann der Schock, beide Rahmenseiten sind heftig gefaltet – unreparierter Frontschaden, der Rest ist Zustand 3. Also runter von der Bühne zur Probefahrt, leider springt er nicht mehr an, die Batterie tot – nach Fremdstarten geht es los – rotes Birnchen brennt ständig – Lichtmaschine streikt, ebenso wie die Tankanzeige und der Drehzahlmesser. Auf freier Strecke halte ich das Lenkrad fest und gebe Gas – der Wagen zieht sofort nach rechts – Rahmen verzogen. Kurz versuche ich über 50 Km/h zu kommen, der Wagen springt wie eine Antilope – die Reifen sollten laut Inserat doch neu sein – war vertippt und sie waren ebenso tot wie die Stoßdämpfer. Probefahrt abgebrochen, sofort zurück zum Start – dort erreicht das Kühlwasser schon  95°. Der Verkäufer spendiert schuldbewusst einen Kaffee – er kennt keine Oldtimer, hat den Wagen Inzahlung genommen und dachte, die fahren halt so. Er zeigt uns die umfassende Dokumentation – die Zulassung, das war’s. Der Ordner mit den ganzen Papieren wurde vom Insolvenzverwalter verschlampt. € 120.000 soll die Grotte kosten, was mein Gebot wäre - bevor ich zuschlagen kann hat mich Uli ins Auto bugsiert und fährt ab in das Hotel – ein tolles Ensemble, bei Aperol auf der herrlichen Terrasse und einem feinen Abendessen schwillt mein Hals wieder ab. Ich verstehe es kaum, aber der XK ist immer noch zu haben........

 

Am nächsten Morgen schlendern wir zuerst durch Gent, dann geht es weiter nach Waalwjk. Auch hier wurde im Vorfeld heftig gemailt und mir 42 Fotos geschickt. Vorab wurde der Preis von € 149.500 auf € 129.000 reduziert, dann ein ehrliches Auto im Zustand 2 versprochen – Niederländer lügen nicht, also hin. Im gepflegten Verkaufsraum steht der XK, dunkelblau und innen Tan. Er hat ein paar kleine Lackschäden und eine einzige Roststelle am Kotflügel. Dafür waren mal wieder die Reifen Steinalt. Leider ging die Neuverchromung daneben, an den Rückleuchten und den Stossstangen blättert der Chrom ab.  Auf der Hebebühne keine böse Überraschung, alles gerade und sauber. Probefahrt – die Schaltwege sind ellenlang und bei jedem Lastwechsel gibt es einen metallischen Schlag. Keine Temperaturprobleme, aber der Sitz ist nicht soweit verstellbar, dass Uli an die Pedale kommt. Beim weiteren Gespräch werden ganze vier Dokumente vorgelegt, von der Mappe unseres MGC mit kompletter Historie und allen Rechnungen ist der Verkäufer geflasht und bietet eine Inzahlungnahme des MG und € 100.000 Zuzahlung an. Wir fahren zurück, immerhin der erste XK der in Frage kommen könnte. Aber jetzt nicht mehr, denn es ist der zweite XK der in den letzten 10 Monaten verkauft wurde.

 

Also weiter im Programm, um Hamburg herum gab es zwei fast identische XK, Bj. 1957 und 1958. Also Interesse bekundet und auf Antwort gewartet. Der Privatanbieter meldete sich spät, der XK wurde 2006 Frame-off restauriert und er hat ihn seit 2014. 2016 hat er den Motor komplett überholen lassen, VB € 130.000. Termin am 6 November. Dann mit dem Händler für ein Date am selben Tag gebeten, ging nicht da der XK seit längerem wieder beim Besitzer ist. Er will Unterlagen, mailen, sagt aber das Senden wurde abgebrochen da mit 39 MB zu groß, aber wenn wir uns 2 Wochen vorher ankündigen, dann ist XK plus Dokumente da. Irgendwann nachts pingt mein Computer und hat 39 MB  – Überraschung, es ist der gleiche XK und wir haben vom Kaufbeleg bis Gutachten alle Papiere. Auf dem Rückweg gab es noch zwei andere XK, die wir auch anschauen wollten. Zuerst am Sonntag  Hinfahrt, Pause in Celle mit Stadtbummel am verkaufsoffenen Sonntag – eine überaus nette Fachwerkstadt – dann weiter zum Gutshof im Oertzetal. Tolles Gasthaus, nette Leute und ein begabter Koch – ein schöner Anfang. Am nächsten Morgen durch die Lüneburger Heide nach Asendorf zum Verkäufer. Dort zuerst ins Haus für die Unterlagen. Er habe den XK von seinem britischen Freund bekommen, der ihn direkt vom Restaurator hatte – Lüge 1, wurde bei Vintage & Prestige für € 105.000 gekauft. Er zeigt uns das Heritage Certificate – Lüge 2, Baujahr 1957 stand im Inserattext, ist aber 1958 – es war wieder mal der Computer. Dann zeigt er Fotos der Restaurierung, auf der Mappe prangt das Vintage & Prestige Emblem. Warum ? lediglich die Exportpapiere hat die Firma erstellt, erklärt er – Lüge 3. Zu den Fotos gibt es keine Rechnung, es zeigt nur ein komplett durchgerostetes Wrack bis zum Rohbau – es könnte jeder beliebige XK sein. Fotos bis zum fertigen Wagen gibt es nicht. Nur mit dem Argument, ohne Kurzgutachten gibt es keine Versicherung, rückt er das Wertgutachten heraus – Marktwert 2014 € 84.500. Er erklärt, dass die Leute von Classic Data aber auch nicht den Hauch von Ahnung haben, er hat das Gutachten nur akzeptiert, weil er so Versicherungskosten spart. Dann sagt er, die Motorrevision von 2014 (nicht 2016 – Lüge ?) hätte € 12.800 gekostet. Widerwillig zeigt er die Rechnung – wie wir wussten, waren es nur € 7.800 wieder ertappt) – ach so, kleines Versehen, nur die Anzahlung von € 5.000 dazu gezählt.

Wir gehen in die Garage, dort steht unter einer dicken Staubschicht der XK – wir sollen ihn uns hier ansehen – wir bestehen darauf ihn in der Sonne anzusehen. Dann erklärt er, dass er prinzipiell das Auto nur einmal im Jahr wäscht – Ausnahmen wie Kaufinteressenten gibt es nicht. Wir gehen auf Suche – erste Überraschung, viele ausgewechselte Bleche z.B. Reserveradmulde, sind nur mit Rostschutzfarbe Mennige per Pinsel gestrichen. Sowohl Wagenheber und auch die Löcher im Boden dafür fehlen. Amperemeter und Tankanzeige gehen nicht. Sehr viele Stellen, an denen der Lack abgeplatzt ist. Und die Reifen sind aus dem Jahr 2004. Unsere Bedenken wegen des Alters kommentiert er mit ‚Schwachsinn’. Dann erzählt er, dass er keine Hebebühne gefunden hat. Als wir daraufhin den Besuch beenden wollen, sucht seine Ehefrau Adressen in der Nähe aus und beginnt zu telefonieren. Die Probefahrt führt deshalb von einer Hebebühne zur Anderen. Dabei kommt das Gespräch auch auf das günstigere Parallel-Angebot der Firma Mirbach. Die haben nicht das Klientel, die sich so ein Auto leisten können, deshalb wurde der Vertrag vor Monaten gekündigt und trotz mehrfacher Aufforderung das Inserat nicht gelöscht – Lüge ...22, glaub ich. Der Wager fährt sich aber sehr gut, keine Schwachstellen. Bei der nächsten Hebebühne schließt plötzlich die Fahrertüre nicht mehr. Kenn ich, haben wir gleich. Er kommt mit einem Hammer und einem Schraubenzieher an und hämmert wie wild auf den Schließzylinder – nächster Lackschaden. Bevor er die Türe komplett hinrichtet, drehe ich den Verschlußbolzen zurück und die Tür schließt. Es wird immer später, bei der letzten Hinterhofwerkstatt haben wir dann Glück. Unterboden und Rahmen gerade, nur sehr viel Mennige. Dafür kann man die Kardanwelle um 60° drehen und auch die Antriebswellen haben Spiel. Und die Blattfedern sind stark verrostet, der Wagen hängt wohl deshalb links hinunter. Wir müssen weg, versprechen aber uns von zuhause sofort zu melden. So geschehen, wir listen die Schwächen des XK auf und senden die Classic-Analytics Liste mit. Der Wagen ist maximal Zustand 2-3, bei der Restauration wurde sehr gespart und unser Gebot ist € 95.000 wie Classic-Analytics für Zustand 2 plus € 5.000 für die Motorüberholung. Er schreibt zurück, er hat gerade sein Haus verkauft und schwimmt im Geld, deshalb muss er sein Auto nicht verschenken, unter € 120.000 geht nichts. Wir gratulieren zum Hausverkauf, geben aber zu bedenken dass sein Limit bei Mirbach doch € 112.000 sei, wir wünschen ihm viel Glück beim Verkauf, wenn er auf € 120.000 besteht, uns ist er es nicht wert. Seine Antwort wörtlich: Ich brauch kein Glück, nur keine Korinthenkacker, tschüüüüüs ihr Bayern.

So kann man auch ein Verkaufsgespräch beenden. Ich habe anschließend nur kurz mit Mirbach gesprochen, er hat das Inserat sofort gelöscht und den Vertrag gekündigt.

 

Aber wir waren ja noch unterwegs, spät kamen wir bei meiner Schwester an und am nächsten Morgen ging es ab, zuerst nach Wiesbaden. Bei Deskarsky hatte ich schon mal angerufen und wollte mich über den XK informieren. Laut Inserat hatte der tote Vorbesitzer den Wagen in annähernden Neuzustand versetzt. Ich wollte eigentlich nur wissen, wann. Antwort: was wollen Sie eigentlich kaufen, Papiere oder das Auto? Eigentlich Beides – und aufgelegt. Eigentlich war er schon gestrichen, lag aber direkt auf der Route. Also trotz € 138.400 anschauen. Ein Termin wurde gemacht, wir fuhren nach Wiesbaden. Und warteten schon 15 Minuten. Ich rief an, bin gleich da, übrigens mit der Probefahrt gibt’s ein Problem, ich habe keine Rote Nummer. Na toll, Es kam ein solargebräunter Typ mit blonder Mähne, könnte in jedem Tatort den Zuhälter spielen. Das Auto stand im Verkaufsraum, wir packten die Lampen aus und begannen zu sehen. Direkt an der Motorhaube war ein 20 cm lange Rostblasensammlung. Ich bin Karosseriespengler, das haben alle Jaguar. Im Innenraum fehlten die Rücksitze, dafür gab es eine Öffnung zum Kofferraum. Für Golfbags, wurden wir belehrt, alle Leute die Jaguar fahren spielen Golf. Das Verdeck konnte nur mit 3 Personen geschlossen werden, passte einfach nicht. Ich langte kurz unter den Schweller und hat eine Handvoll Rost und Lack. Uli war währenddessen hinten angelangt und zeigte auf einen Lackschaden, vermutlich durch zu starke Poliermaschine erzeugt – ach, Kleinigkeit, kann man ganz leicht rauspolieren (warum macht man es dann nicht?). Uli fühlte weiter über den Lack und fand eine Blase. Da packte der Verkäufer sie ohne Warnung am Handgelenk und riss die Hand weg, so dass Sie sich fast drehte. Lack fasst man nicht an, man zerstört ihn damit. Mit dieser Handgreiflichkeit war auch schlagartig unser Interesse weg, wir fuhren ab. Uli war ziemlich aufgeregt, so ein Rüpel war ihr noch nie begegnet. Ach ja, den Wagen kann man noch immer kaufen, aber bitte ohne Anfassen....................................

 

Keine 20 Km weiter stand der nächste XK. Auf den Schreck mussten wir aber erst einen Kaffee in Hofheim trinken. Dann weiter zu Mario Fusco. Im Industriegebiet ein schöner Verkaufsraum mit teuren Oldtimern, daneben eine Werkstatt mit 4 Hebebühnen. Auf einer stand schon der XK. Wir haben ein kleines Problem, der Overdrive setzt manchmal aus, wir versuchen es gerade zu richten. Sie können in Ruhe den Unterboden prüfen. Dies taten wir auch und waren positiv überrascht. Alles gerade und rostfrei, viel Wachs in den Hohlräumen, kein Spiel am Kardan oder den Rädern. Der Wagen wurde zur weiteren Sichtung runter gelassen. Auch hier nirgendwo Rost, alle Schlösser einwandfrei und nichts fehlte. Herr Fusco erzählte dazu die Geschichte des Wagens und wies auf einige Dinge hin, grundehrlich und professionell. Da wir schon einen XK hatten, durften wir auch die Probefahrt alleine machen. Der XK in Oldenglishwhite innen Rot sollte € 110.000 kosten, hat ein Mossgetriebe und den 3,8 Liter S Motor. Die Schaltung war gegenüber allen anderen XK mit Mossgetriebe butterweich und Präzise, der Wagen lag einwandfrei, tolle Bremsen und eine direkte Lenkung. Wir beide konnten den Wagen einwandfrei fahren. Nur die Lackierung war mit etwas Orangenhaut und minimalen Lackfehlern nicht so perfekt. Zurück gab es erst einen Espresso, dann lagen alle Papiere zur Sichtung bereit. Besser geht es nicht. Allerdings war klar, dass der XK auf 3,8 Liter S aufgerüstet war. Zwar mit einem original XK-Motor aber nicht dem originalen Motor wie bei der Auslieferung. Das könnte beim Wiederverkauf Probleme geben, deshalb haben wir noch nicht zugesagt, obwohl er sowohl preislich als auch zustandsmässig am ehrlichsten ist.

 

Fazit: Es gibt ja noch einen XK in Mantua, einen in Barcelona, mehrere in den Niederlanden und es ist Winter. Die Preise könnten auch noch fallen, wenn die Medienblase Garagengold endgültig platzt und der MG ist auch noch nicht verkauft – wir haben also jede Menge Zeit. Es ist mit Abstand der teuerste Wagen, den wir kaufen wollen. Deshalb ist es absolut unverständlich, wie wenig Mühe sich Verkäufer in dieser Preisklasse geben. Wir haben Handgreiflichkeit, Beleidigung und jede Menge Lügen erlebt. Werden so wirklich teure Oldtimer verkauft ? Seit Januar wurden con den 32 angebotenen XK 150 DHC gerade mal 2 verkauft – wen wundert es                                                                       wird fortgesetzt

 

 

                

 

 *********************************************************************************************************************************

Freundeskreis klassischer Automobile