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Ein Weihnachtsmärchen

 

Auftragspoesie von Karl Napf für Christa S.

Es war einmal im letzten Jahrtausend in einem fernen Land, da lebte eine große Familie. Der letzte Spross dieser Familie war sehr klein und deshalb taufte man ihn Micra und Jeder nannte ihn den kleinen Micra. Der kleine Micra war zwar schmächtig, aber dennoch bewältigte er seine Aufgaben mit Bravour und war zuverlässig und bescheiden. So sollte man meinen, es stand gut um den kleinen Micra und die Welt war für ihn in Ordnung.

Aber etwas lastete schwer auf seiner Seele. Nicht dass er hässlich war, nein - seine Proportionen waren stimmig und sein Äußeres zweckmäßig, er sah einfach nur aus wie viele Andere auch und es gab Einige in seiner Klasse, die sahen einfach besser aus. Und deshalb sah der kleine Micra immer etwas traurig drein.

Es war zur Weihnachtszeit, da besuchte der Weihnachtsmann auch das ferne Land. Und unter all den fröhlichen Gesichtern fiel ihm sofort der kleine Micra auf. Ho Ho mein Kleiner, sprach er ihn an, warum siehst du so traurig aus ?

Der kleine Micra antwortete mit belegter Stimme: Weil mich niemand wirklich lieb hat. Ich gebe immer mein Bestes und alle geben mir nur die besten Zeugnisse. Aber Jeder übersieht mich, weil ich so langweilig aussehe und deshalb hat mich niemand wirklich lieb.

Das rührte das Herz des Weihnachtsmannes, er dachte einen Moment nach und sagte: Ich kenne da einen jungen Schneider, der sucht nach einer Aufgabe um berühmt zu werden, vielleicht kann er dir helfen.

Und so geschah es, der junge Schneider besuchte die Familie und nahm den kleinen Micra mit in seine Werkstatt. Dort saß er nun und sah sich den kleinen Micra an und wusste nicht, was er ihm schneidern sollte. Da kam ihm eine gute Idee. Früher, sagte er, da gab es eine Zeit wo steter Mangel herrschte. Und in dieser Zeit des Mangels waren die Meisten so klein wie du. Und doch waren sie alle verschieden und jeder hatte einen eigenen Stil mit eigenem Charakter. Und so kramte er in einer alten Kiste und sah sich vergilbte Fotos an. Und plötzlich wusste er, welchen Schnitt er anwenden musste. Er nahm dem kleinen Micra die langweiligen Kleider ab und kleidete ihn nach altem Muster neu ein. Dazu nahm er nur beste Zutaten und als Krönung Leder von heiligen weißen Kühen. Er wusste, langweiligen Kleidern stehen ausschließlich langweilige Farben, deshalb gab er dem neuen Kleid fröhliche Farben, die Farben der Jahreszeiten: Grün wie die frischen Wiesen des Frühlings, Blau wie der flimmernde wolkenlose Himmel im Sommer, Braun wir das abgefallene Laub im Herbst und Grau wie der Nebel des Winters. Und weil man früher gerne Schmuck trug, versah er auch das neue Kleid mit reichlich davon, so dass es an allen Ecken toll glänzte. 

Als er fertig war, war er voller Stolz über das Geleistete und wollte den kleinen Micra sofort auf der nächsten Ausstellung präsentieren. Aber er sagte sich, der Name Micra ist doch verbunden mit Langeweile, also muss ich für meine hübsche Creation einen besseren Namen finden. Und so dachte er nach, und beim Nachdenken hörte er immer klassische Musik. Spät abends sagte die Stimme im Radio, das letzte Stück stammte aus Figaros Hochzeit, da nahm er es als Wink des Schicksals und sagte zum kleinen Micra: ab jetzt sollst du Figaro heißen, weil auch du so klassisch aussiehst.

Als er den Figaro auf der Ausstellung präsentierte, jubelte das ganze Reich ob des hübschen Aussehens und Jeder hatte ihn sofort lieb. Bestellungen für das Kleid im alten Stil prasselten über den jungen Schneider nur so herein und alle waren voll des Lobes. Also machte sich der junge Schneider sofort ans Werk und nach zwei Jahren harter Arbeit hatte er davon 20.000 Stück in den Farben der Jahreszeiten hergestellt. Aber es waren zu wenige, denn über 300.000 Bestellung waren mittlerweile eingetroffen. Und so sollte das Schicksal per Los entscheiden, wer Einer der Glücklichen wurde und den Figaro liebhaben durfte. So geschah es, und jene denen Fortuna nicht hold war, mussten den Glücklichen einen Figaro abkaufen und sie zahlten dafür so viel, dass sie sich für das gleiche Geld auch die besten und teuersten Produkte italienischer Edelmanufakturen hätten kaufen können.

Als der Weihnachtsmann im nächsten Jahr den in Figaro umgetauften kleinen Micra sah, wurd ihm ganz warm ums Herz und er fragte ihn, ob er jetzt noch traurig wäre.

Nein, jubelte er, alle haben mich lieb, ich danke dir von ganzem Herzen. Aber etwas bedrückt mich trotzdem, was passiert wenn ich alt und gebrechlich werde, sehe ich dann nicht komisch aus in meinem Nostalgiekleidchen ?

 

Habe keine Furcht, sagte der Weihnachtsmann. Ich gebe dir einen Zauber mit, der bewirkt, dass sich Alle auf den Strassen nach dir umdrehen werden und Alle, die reinen Herzens und frohen Mutes sind, dich begehren werden bis sie dich besitzen und dich lieb haben können. Nur die Vorlauten und Hartherzigen werden diesem Zauber nicht erliegen. Und Alle die Helmut heißen.

 

Und so geschah es, und wenn sie nicht verrostet sind, dann dreht man sich noch heute auf der Strasse nach ihnen um und hat sie noch immer lieb.

           

 

  

 

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