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 Das FkA– Oldtimerjahr 2020

 

Jahresrückblick 2020                  

 

Ja, es war ein schwieriges Jahr, Corona bestimmte das öffentliche und private Leben – aber davor, dazwischen und parallel gab es doch viel Freude mit der Oldtimerei – und man soll sich ja nur an die schönen Dinge des Lebens erinnern – los geht’s

 

 

 

 

 

 

1.  WINTERFAHRT MAASTRICHT                

- es war die 3. Winterfahrt des FkA und führte uns am 16. Januar nach Maastricht. Das hatte zwei Gründe – zum Einen die Oldtimermesse Interclassic und dann ist dort auch Ben geboren, der das Programm insider mässig organisierte. Treffpunkt war das Designhotel in Maastricht, modern und komfortabel und nahe dem Parkhaus und der Innenstadt. Nach dem Einchecken ging es erst einmal in die Innenstadt zur ersten Tour. Über die älteste Brücke der Niederlande hinein in den schönen Ort, sehr belebt und mit  vielen netten Geschäften. Aber zuerst in das älteste Café von Maastricht zu starkem Kaffee und guten Torten. Dann bummeln, in der ersten Kirche war eine Buchhandlung mit angeschlossenem Café – wirklich sehenswert – das Innere der gotischen Kirche war durch keine der Einbauten beschädigt worden. Dann über kleine Straßen und riesige Plätze zurück. Abendessen in einem belgischen Restaurant, das sich auf Bier spezialisiert hatte – zuerst in den als Bierhimmel bezeichneten Keller mit einer Unmenge an verschiedenen Biersorten, dann zu Tisch. Es gab ein Menue mit korrespondierenden Bieren, zur Vorspeise Champagnerbier, zum Kaninchen ein würziges Dunkles und selbst zum Dessert etwas passendes. Kein Wunder, das wir beschwingt zum Hotel gingen. Am Freitag zuerst zur Messe – sogar zu Fuß erreichbar. Die Messe hatte ja im Vorfeld den Eintritt gesponsert. Sehr gepflegt, in einer riesigen Halle viele Verkaufsstände mit sehr abwechslungsreichem Angebot. Nicht wie üblich nur Porsche und Mercedes. Bei einigen Marken gehen die Preise ziemlich runter, aber es gibt auch immer noch Träumer. Auch eine Nebenhalle mit Zubehör und Bekleidung, aber kaum Ersatzteile. Mittagessen auf der Messe, danach noch einmal ein letzter Rundgang und wieder nach Maastricht zum Bummeln. Trotz Kälte konnte man im Freien unter riesigen Heizbirnen sitzen – bestimmt schlecht für den ökologischen Fußabdruck aber es hatte schon was, am Maasufer bei einem Aperol den Sonnenuntergang zu erleben. Vorher waren wir noch in einer romanischen Basilika und auf dem Marktplatz. Die ganze Stadt war noch voller Weihnachtsbeleuchtung – fast jeder Baum war beleuchtet – einfach schön. Am Abend führte uns Ben in ein Kloster zum Essen. Durch eine Kupferröhre gelangten wir in eine gotische  Kathedrale, wo im Innern ein mehrstöckiger Aufbau als Restaurant stand. Zuerst ging es zu einer Sitzgruppe zum Apero und gleich zwei Grüßen aus der Küche. Solange hat es Helmut noch nie in einer Kirche ausgehalten. Dann ging es einen Stock höher zur festlich gedeckten Tafel. Es war ein veritables Gourmetrestaurant, und selbst der niederländische Weißwein war von höchster Güte. Und das ungewöhnliche Ambiente steigerte es nochmals. Unbestritten das Highlight der Fahrt. Am Samstag gab es zuerst eine mehrstündige Stadtführung mit kleiner Kaffeepause – die Stadt hat sehr viele sehenswerte Ecken. Danach gingen wir in die große Kirche mit einem reichen Domschatz, besonders die über 1000 Jahre alten Textilien waren faszinierend. Typisch liberale Niederlande, selbst der Hund durfte in die Kirche und ins Museum. Danach hatten wir gerade noch Zeit, am Markt reichlich Käse einzukaufen, dann ging es zur Brauereiführung. Alle waren skeptisch, aber uns erwartete eine komplett erhaltene Brauerei des ausgehenden 19. Jahrhunderts auf 5 Stockwerken und der sympathische Führer begeisterte mit seiner fachkundigen Erklärung. Danach ins Brauereistübchen zum wohlschmeckenden Bier. Danach bekamen wir auch noch die Privaträume der Brauereibesitzer zu sehen, im Jugendstil und Art Deco eingerichtet und seit 1955 als Stiftung unangetastet. Und weil es uns so gefiel, wieder ins Braustüberl zum Biere. Da war es von Vorteil, dass das Abendessen erst gegen 20.30 Uhr startete. Diesmal am Markt mit typisch Maastrichter Küche wie Surflees und Beef Maison. Aus Gewohnheit blieben wir beim Bier. Am Sonntag dann die Rückfahrt – es war einfach eine tolle Unterbrechung der oldiefreien Zeit. Vielleicht im nächsten Jahr nach Bremen, da gibt es im Januar auch eine Oldiemesse und die Stadt soll auch sehr schön sein……..

 

 

 

2. PFINGSTPICKNICK                                              

Unsere erste Veranstaltung im Lockdown, das Pfingstpicknick wurde erfolgreich durchgeführt. Wir trafen uns am Esolzrieder See und fuhren dann durch das hügelige Dachauer Land auf kleinen Strassen bis zur Walfahrtskapelle Geiselwies. Hier gab es eine gepflegte Baileyspause. Dann ging es weiter bis zum Picknickplatz nach Dirlesried. Der perfekte Platz dafür, mit Bänken und Tischen. Man packte die mitgebrachten Speisen aus mit und unter Einhaltung der vorgeschriebenen Hygienevorschriften wurde  vornehm gepicknickt. Nach Ablauf der zugestandenen Zeit wurde eingepackt und nach Hause gefahren. Das Wetter war prächtig, die Stimmung hervorragend und alle Oldies fuhren perfekt – was will man mehr..

 

 

 

3. WEEKEND-TOUR SCHLOSSANGER ALP

Am 26. Juni ging es los – vorher wurde der XK 150 noch gewaschen, Probegefahren und getankt. Also am Morgen aus der Garage gefahren und gepackt. Als wir im Auto saßen, sprang die Katze nicht an. Diagnose kein Funke – die 1-2-3 Zündung geht ja nie kaputt, also kann es nur die Zündspule sein. Benzinpumpe und Lüfter hatten ja Strom. Ersatzzündspule kurz angeschlossen – sprang trotzdem nicht an. Ergo den XK 4.2 herausgeholt, umgeladen und den XK 150 in die Garage geschoben. Mit 45 Minuten Verspätung dann los – ich liebe so einen Anfang.

In Stegen warteten schon einige Teilnehmer – der Rest traf gemütlich ein – Kaffee unter den zu Recht bestehenden Hygieneregeln. Dann ging es bei schön bewölktem Himmel los, helmut war sogar im Vorkriegs Nash gekommen. Die Strecke ging über Nebenstraßen ins Allgäu – oft hatte man das Gefühl, Bayern ist fast unbewohnt. Ziel war das Panorama-Restaurant am Auerberg. Unsere Reservierung hatte man ignoriert, die Terrasse war besetzt – gar nicht schlimm, denn es Donnerte bedrohlich. Auch die Caseltons trafen hier ein mit einem gewaltigen Daimler-Landaulet. Nach dem eher durchschnittlichen Essen ging es mit geschlossenen Verdecken weiter. Die Straßen noch enger und mit atemberaubenden Ausblicken in die Landschaft. Die Bailey-Pause litt auch unter Getröpfel. Also weiter zum Hotel – hier schien wieder die Sonne. Nach dem Einchecken traf sich die Truppe im Garten und chillte. Abendessen an einer großen Tafel – war mit bis zu 10 Personen einer Gruppe erlaubt. Nun, bei uns gab es halt noch 10b, 10c, 10d und 10e. Das Gourmetmenue wieder sehr gut, der Service litt ein wenig unter den Regeln – mit Maske kommuniziert es sich schlecht. Aber insgesamt doch wieder perfekt - es wurde zu Recht spät.

Am nächsten Morgen besseres Wetter und ein super Frühstück. Die Tour ging jetzt nach Österreich am Plansee entlang, weiter über Linderhof und Oberammergau. Wo es ging, wurden kleine Strassen befahren, dann weiter an Wessobrunn vorbei bis zum Ziel, die Post in Raisting. Bitte merken, ein toller Service und richtig gute Speisen zu niedrigen Preisen. Nach der letzten Völlerei war die Fahrt zu Ende und jeder fuhr nach Hause.

Dort angekommen baute ich die Ersatz-Zündspule wieder aus und schloss die alte an. Nur um zu sehen, ob es durch falschen Anschluss irgendwo funkt startete Uli – er sprang sofort an. Auch als wir es am nächsten Tag versuchten. Aus Sicherheitsgründen wurde eine neue 1-2-3-Zündung bestellt und eingebaut. Diese Oldies nerven ab und zu gewaltig.

 

Fazit: die erste Fahrt unter Corona-Bedingungen war sehr schön – das Hotel war vorbildlich eingerichtet und man hatte nicht das Gefühl einer Gefahr ausgesetzt zu sein. Die Schloßanger Alp  wird uns auf jeden Fall wieder sehen – das Panorama-Restaurant eher nicht.

 

4. Figaro                                              

schon am nächsten Samstag, den   4. Juli ging es weiter. Die Caseltons mit den 2 Figaros kamen schon am Freitagabend und übernachteten bei uns. Netter wenn auch später Abend. Am nächsten Morgen dann der Start bei uns, georg, klaus und fritz kamen dazu. In unserem Hinterland kennen wir uns gut aus – dementsprechend waren die Strecken. Und 6 Figaros hintereinander sind schon ein tolles Bild. Erster Stop galt dem Dehner Blumenpark in Rain. Am Stammsitz der Firma kann man umsonst einen toll angelegten Park im englischen Stil sehen. Einkäufe verhinderte der mangelnde Stauraum der Figi’s. Weiter ging es über die Donau und dann auf einer Traumstrecke durch Harburg zum Mittagessen in der Waldschänke Eisbrunn. Schöner Tisch auf der sonnigen Terrasse, gute Speisen und netter Service. Gestärkt weiter auf der tollen Route bis Schwäbisch Hall. Wir sind immer selbst überrascht, welche schöne Strecken unsere Mischung aus Computer und Motorradkarten zaubert. Das Romantikhotel Adelshof liegt direkt am historischen Marktplatz, schon Karl V. nächtigte hier. Aber er war mit dem Pferd gekommen – für 6 Figaro’s war wenig Platz. Aber unweit hatte man Parkplätze reserviert. Schönes Haus, wir hatten eine Suite im Nebengebäude. Nett, wenn die Organisation mit einem Upgrade belohnt wird. Es war ja noch Nachmittag, also ein Eiskaffee am Markt und dann ein schöner Bummel durch die sehenswerte Stadt. Nur einige HVI’s störten grölend die Ruhe. Noch ein kleiner feiner Aperol am Markt, dann umziehen zum Abendmahl. War in Ordnung, die Qualität der Produkte hätte aber besser sein können. Danach zum Absacker wieder auf den Markt. Schon erwähnt, dass er sehr schön ist?

Nach dem Frühstück mit Ernährungsetageren für jedes Paar fuhren wir ein paar Kilometer zum Freilandmuseum Hohenloher Land. fritz war schon abgefahren, er hat heute noch ein Golfturnier. Schönstes Wetter, ein riesiges Areal mit historischen Gebäuden und ganzen Dörfern. Dazu prachtvolle Bauerngärten und alte Gewerke. So wanderte ein genialer Spinnennetz-Besen in den Figi. Mittagessen gab es im historischen Wirtshaus auf der Terrasse –schwäbisch mit hausgemachten Maulkoffern (für Taschen einfach zu groß). Dann weiter auf Traumstrassen an der Kochel entlang.  In der Abtei Neresheim gab es noch einen Eiskaffe – hier trennten sich die Caseltons, der Rest fuhr nach Sulzemoos zum Ende der Fahrt.

Fazit: tolles Wetter, tolle Strecken und ein schönes Ziel – diese Zweitagesfahrten sind empfehlenswert.

 

 

5. BIERBAUM-ERSATZ-TOUR                      

Wegen den unannehmbaren Stornobedingungen hatten wir beschlossen, die Übernachtungen doch anzutreten. Um Mitgeschädigte zu finden, sandte uns Raphaela eine Liste mit den Emailadressen. Alle angeschrieben und 4 haben ihr Interesse an einer Tour bekundet. Schnell eine Route geplant und Mittagessen gebucht. Leider teilte uns die Ammerwald Alm mit, dass sie die Corona Krise nicht überlebt haben und die Alm verkaufen mussten – deshalb ging es in das Ammerwald Hotel. Vier Teams hatten sich zur Fahrt angemeldet, drei Teams zum Abendessen. Unser XK hatte eine neue 1-2-3-Zündung und scharrte mit den Hufen – eigentlich blödsinnig für eine Katze – also sie krallte mit den Pfoten – auch nicht besser. Leider war die Wetterprognose nicht toll, also mit geschlossenem Dach und bei Nieselregen los nach Garmisch. Dort zuerst eingecheckt und das Auto in der perfekten Tiefgarage geparkt. Dann Zimmer bezogen und ausgeruht. Wir hatten für die 6 gemeldeten Personen einen Tisch in einem Nebenzimmer reserviert. Als wir in die Lobby kamen, standen 11 Leute da, die alle mit uns Essen wollten. Nach einer kurzen Diskussion über den Sinn von emails gingen 8 von Ihnen gemeinsam auf Lokalsuche, wir nahmen mit Ben und Christine und Ellen unseren gebuchten Tisch ein. Guter Service, gutes Essen, gute Laune. Als wir später an der Bar verweilten kamen die 8 zurück und wir konnten die Zahl der morgigen Tour auf 12 erhöhen. Nach einem sehr guten Frühstück, bei dem ich auf der Kreut-Alm auf 12 Personen erhöht hatte, machten wir uns fertig. Wetter bedeckt mit teilweise Regenschauer. Um 11 Uhr sollte gestartet werden. Pünktlich erschienen 14 Personen, das Kontingent an mitgebrachten Roadbooks reichte nicht aus und wurde netterweise vom Hotel kopiert. Es ging los, leider direkt in einen Megastau in Garmisch. Erst außerhalb entzerrte sich die Masse, und als wir Richtung Wallgau abbogen waren wir wieder alleine auf der Strasse. Die Caseltons hatten für den Abend beim Italiener reserviert, ich gab unsere wundersame Vermehrung durch. Mautstrasse Vorderriß komplett leer. Sogar die Sonne kam durch – sofort angehalten und Verdeck runter. Keine 3 Kilometer weiter goss es dann in Strömen und wir hatten zweimal geduscht – Verdeck wieder zu.  Sylvenstein Stausee ziemlich voll aber menschenleer – Jachenau ebenso – Regenbedingt kein Halt am Walchensee – alleine auf der Strasse am Walchensee entlang und den Kesselberg runter. Mittagessen auf der Kreut-Alm oberhalb von Glenleiten – gut und deftig. Dann zurück nach Garmisch – zum Glück über Farchant und staufrei. Den Nachmittag verbrachten wir bei Massage und chillen. Abends dann zum Italiener – aus den gemeldeten 17 Personen wurden 22 – dementsprechend eng wurde es. Der Wirt spendierte die Vorspeisen, der Garmischer Club die Aperitifs und die Nudeln mit frischen Steinpilzen und Trüffel hervorragend – der Abend war nett – eng und laut.

Am Samstag dann endlich trockenes Wetter, als erstes wurde der Mittagstisch auf 14 Personen erweitern. Davon erschienen dann am Start 20 – also nochmals im Hotel den Zuwachs  gemeldet. Strecke Grainau-Leermoos-Reutte-Plansee bei dem Wetter ein Genuss. Am Plansee die Baileys-Pause, verstärkt durch Siegener Sekt Verköstigung. Essen im Ammerwald Hotel sehr gut und große Portionen – dann freie Rückfahrt nach Garmisch über Ettal. Stadtbummel – Massage – Abendessen. Wunschgemäß hatten wir 16 Plätze reserviert – gekommen waren 20 ! Sie hatten sich nicht bei uns sondern bei der Rezeption gemeldet. Also deren Problem – wurde gelöst. Essen wieder sehr gut, wir bekamen Flüssiges als Lohn für die Umbuchungen und gingen entspannt zu Bett. Sonntag Rückfahrt bei strahlendem Wetter – einfach schön.

Fazit: außer der asozialen Storno- und Zahlungspolitik ist das Hotel richtig gut. Es hat vor allem viel Platz und eine tolle Tiefgarage – sehr gutes Frühstück und Abendessen.

 

6.  PICKNICK II                                     

Samstag 15. August (Feiertag Maria Himmelfahrt) – bei schönstem Wetter lud uns schorsch auf seine Latifundien ein. Treffpunkt war in Kleindingharting bei seiner Werkststt mit ausführlicher Begehung derselben -  im Kühlschrank kühle Getränke und heißer Kaffee. Von dort aus gab es eine kleine Ausfahrt durch herrliche Landschaft auf kleinen Stäßchen – dann zum Ziel nahe dem Deininger Weiher. Auf einem Hügel thronte ein kleines putziges Jagdhaus und dort gab es einen idealen Picknickplatz. Schöne Aussicht – keine Nachbarn und reichlich Platz. Aber irgendwann ist man dann satt und bricht wehmutig auf. Einziger Trost war das Versprechen, es im nächsten Jahr zu wiederholen.

 

7. GIPFELTREFFEN                                       

An sich sollten die Boliden in den Bolomiten bollern – aber Corona ließ Vorsicht mahnen und deshalb war das Ziel der Hegau – wir geben zu, nicht unbedingt bekannt für seine Bergstrecken. Immerhin ist der Schwarzwald nahe genug, um Tornanten zu bieten. Am Donnerstag, den 17. September ging es los. Helmut und Christa hatten diesen Termin gewählt, weil das Wetter perfekt war, wohl dem der hellsehen kann. Also bei schönster Sonne morgens los. Nach kurzer Anreise gab es den ersten Stopp am Hymer Museum. Obwohl fakultativ, war fast die ganze Meute dort. Die Sonderausstellung befasste sich mit Kleinstwagen und entsprechenden Wohnanhänger – eigentlich mehr Kriechanhänger. Aber überaus sehenswert. Und es war sicher ein Abenteuer, mit einer Isetta und angehängtem Wohnei über den Brenner zu düsen. Um 12 Uhr stand das Mittagsmahl im nahen Restaurant La Scala auf dem Programm. Schön auf der Terrasse mit Blick auf Wald und See, woher der Name Bad Waldsee stammt. Gut gesättigt ging es auf nach Singen zum nächsten Stopp am Fuße des Hohentwiel. Dort hatte der Bruder von Helmut einen netten Stand mit Prickelwasser und Pannetone aufgebaut. Karl-Heinz lebt unweit und wusste, warum wir Stärkung brauchen. Der Name Hohentwiel sagt alles. Twiel kommt aus dem keltischen und bedeutet: extremer Anstieg auf blödsinnig rutschigem Kopfstein. 140 Höhenmeter mussten erklommen werden, wir hatten noch die Sonderprüfung Hund im Buggy. Oben wurden wir von einem grandiosen Rundblick und einer ziemlich ruinösen Ruine belohnt. Nach dem ebenso anstrengenden Abstieg schleppte man sich ins nächste Restaurant und beruhigte den Hochdruck mit Kaffee und Kuchen. Zum Hotel war es nur noch ein Katzensprung, hätte es keine Umleitungen gegeben. Die Bibermühle liegt idyllisch in einer Senke und hatte Alles, was das Herz begehrt. Nette Zimmer, schöne Terrasse und kühlen Aperol. Das Abendessen gab es in der Mühle selbst an einer großen Tafel. Ober perfekt, Ambiente Perfekt, Speisen – fehlte eine Kleinigkeit zu Perfekt. Nach der Speisung pilgerte die Truppe auf den Parkplatz, denn im Jaguar schlummerte eine Flasche Glendronach und wartete auf seine Bestimmung.

Nach gutem Schlaf folgte ein ebensolches Frühstück. Nun wurden Gipfel gesucht. Auf traumhaften Wegen ging es in den Schwarzwald. Man parkte an der Rothaus Brauerei, aber zuerst stand das Hüsli am Plan. Extra für uns wurde die Mittagspause gestrichen und wir durften durch das Anwesen streifen. Was nach einem netten Schwarzwälderhof aussieht, ist eine traumhafte Anlage mit bester Ausstattung und Charme. Danach pilgerten wir in die Braustube und ließen uns Bier und Schwarzwälder Kost schmecken. Schon bei der Abfahrt drohte die nächste Umleitung, und nach der Umleitung der Umleitung wurde der Belchen gestrichen und wir kamen nach St.Blasien. Immerhin gibt es hier die viertgrösste Kuppel in Europa, die dazugehörende Kirche dementsprechend imposant und elegant in Weiß gehalten. Aber es zog uns ins Kaffee – Schatten war gefragt. Dann auf ebensolchen Traumpfaden zurück ins Hotel. Aperol perfekt, Ambiente perfekt, Ober perfekt, Speisen perfekt – passt. Und danach kleine Prozession zum Kofferraum. So entstehen Traditionen.

Am Samstag gab es auch das Frühstück für uns alleine in der Mühle – perfekt. Danach ging es Richtung Donaueschingen, gewürzt von einigen Umleitungen. Aber erreichbar. Zuerst die Donauquelle, dieses Rinnsal fließt durch ganz Europa. Dann den Park gesucht und gefunden, den Schlosspark hatte der Fürst aus Angst wegen Corona für niederes Volk geschlossen. Dann wurde wieder geschwarzwaldet, es ging kurvenreich durchs Simonswälder Tal und dort in die Post zum Essen – natürlich auf der Terrasse. Dann weiter Richtung Kandel – Umleitung – also Richtung Glottertal und dann rauf auf den Kandel. Leider verhinderten einige Sonntagsfahrer den Fahrspaß. Oben Baileyspause und wieder gebremst runter, durch Täler und Höhen bis zur Wutachschlucht. Das dortige Café verdient den Begriff schmuddeligste Herberge seit Jahren. Aber der Rückweg war wieder wundervoll und bis kurz vorm Hotel vollkommen verkehrsarm. Helmut hatte sich wirklich große Mühe mit der Route gemacht, die unzähligen Umleitungen nervten ihn sichtlich.

Sonntag nach einem guten Frühstück ab Richtung Ulm. Auch diese Straßen waren sehr schön und wir erreichten das Parkhaus rechtzeitig. Wir wussten gar nicht, wie schön Ulm ist, in der Altstadt gibt es nicht nur das schmalste Hotel, sondern auch das schiefste Hotel und ein großes Stück Stadtmauer mit Toren. Mittendrin unser Gasthaus Gerberei mit gedecktem Tisch auf der Strasse. Hier unsere letzte gemeinsame Mahlzeit der Fahrt dann wurde verabschiedet und gegangen. Unser Weg führte uns noch zum Münster, wirklich ein gewaltiger Bau mit einigen Kunstwerken. Vor dem Turm demonstrierten einige HVI’s gegen Coronaregeln – genial ihr Schlachtruf. Eins, zwei, drei, wir sind nicht frei. Die hinter der Absperrung postierten Polizisten waren in der Überzahl. Wer genehmigt eigentlich solche Aufzüge von Unterbelichteten? Dann halt nach Hause.

Fazit: trotz der Bedenken wegen Corona hatte man keine Minute ein schlechtes Gefühl, viele Speisen gab es im Freien und im Innern saßen wir fast immer als Gruppe allein. Und Dank an Helmut und Christa für die Organisation – es hat wirklich Spaß gemacht – auch ohne Bolomiten.

 

8.  PICKNICK III                                              

Bei den Coronazahlen ist ein Picknick eine feine Sache, man kommt nicht mit unbekannten Personen in Kontakt, man kennt die Zubereitung der Speisen und kann sich seinen Essplatz selbst aussuchen. Deshalb lud schorsch auf seine Latifundien ein. So trafen sich am 4. Oktober bei schönem Wetter einige Lemminge beim Bauernmuseum Jexhof. Der Chef machte selbst Parkplätze direkt vor dem Eingang frei und wir hatten einen Kaffee im Biergarten. Es war die erste Fahrt mit unserem Lagonda Rapier namens ‚Elsie’. Ben war mit seinem Austin 12 gekommen, Helmut mit dem MGC, Klaus mit MB R 107 und Schorsch mit dem Figaro. Dann ging es auf kleine Wege zur Edigna Linde, ein uralter Baum mit schräger Geschichte, eine heiratsunwillige Prinzessin soll in seinem schon 1067 hohlen Stamm 35 Jahre gelebt haben. Das wollten wir nicht, also weiter zum bekannten Picknickplatz bei Dirlesried. Nach üppigem Mahl und bei schönstem Wetter wurde abgebrochen und nach Hause gefahren. Unser 3. Picknick dieses Jahr – weitere folgen wohl 2021 f

 

 

8. HERBSTFAHRT                                         

Im Vorfeld gab es die berechtigte Frage, ob man die Fahrt überhaupt durchführen soll. Am Samstag davor führte die Tatsache, dass in den besuchten Regionen die Fallzahlen deutlich unter denen unserer Heimatkreise lagen, zum positiven Ergebnis. Der am Dienstag von der Kanzlerin ausgesprochene Aufruf auf unnötige Reisen zu verzichten, ließ uns wieder zweifeln. Wir haben aber erkannt, dass diese Fahrt sehr wohl nötig war. Zum einen hat die Gastronomie unser Geld dringend nötig, außerdem litten die Lemminge schon an schweren Entzugserscheinungen und zuletzt hatten die Oldies dringend Bewegung nötig.  Es wurde intern vereinbart, sich an die Hygieneregeln zu halten und Gefahrsituationen zu vermeiden. Dies hat auch überall geklappt – die Hotels hatten gut funktionierende Konzepte und in Museen und kulturellen Institutionen wurde vorbildlich reagiert. Wir hatten nie das Gefühl, in einer unangenehmen Situation zu stecken.

Los ging es am Mittwoch bei blauem Himmel und einstelligen Temperaturen – dafür gibt es aber Kleidung – also Verdeck offen. Die erste Etappe führte über eine schöne Strecke über das Altmühltal zum Landgasthof Maier in Hilzhofen. Sollte man sich merken, sehr gute kreative Küche. Wegen des schönen Wetters (und der passenden Kleidung) speisten wir nicht wie die Anderen im separaten Innenraum sondern auf der Terrasse. Der Aufruf von Harald einen Oldtimerclub zu präsentieren zeigte Wirkung, wir im Jaguar XK 150, Fritz in der Lancia Fulvia, Harald mit Max, Gerhard im R 107 und Helmut im BMW 650. Ben kam im XK 8 direkt zum Hotel. Also los, Sonnenschein, lauschige Wege und schnurrende Oldies – da tritt Corona in den Hintergrund. Kam aber sofort wieder raus, den die geplante Burg war deshalb zu. Also spontan Besuch eines tollen Klosterdorfes mit Baileys-Pause und anschließendem Kaffee. Dann weiter nach Wirsberg zum Hotel. In der Tiefgarage waren die Plätze reserviert und  die Zimmer wurden eingenommen. Unser karges Abendmahl gab es in einem eigens für uns reservierten Nebenzimmer, ein schlichtes 3-Gang Menü. Aber mit 3 Vorspeisen, 3 Hauptgängen und 3 Nachspeisen. Geht doch. Leider wurde die Sperrstunde pünktlich eingehalten, so dass für den Absacker die Whisky-Notration im Jaguar bemüht wurde.

 

 

 

 

Donnerstag ging es bei blauem Himmel los, es war sogar wärmer als am Vortag. Komisch, teilweise waren Täler komplett grün ohne Verfärbung, dann wieder wunderschöne Herbstfarben im nächsten Tal. Die Strecke war perfekt ausgesucht, es gab weder Gegenverkehr noch Landwirtschaftsverkehr und kein einziges Wohnmobil. Ziel war die zentrale Tiefgarage in Coburg. Zuerst ein kleiner Stadtbummel im hübschen Ort, dann gab es eine gute Führung durch das Schloss Ehrenburg. Die Coburger hatten schnell erkannt, das Land – und Geldgewinn durch Heirat besser funktioniert als durch Kriege. Irgendwie waren sie mit allen Königshäusern verwandt, was sich auch durch die prachtvolle Ausstattung der Räume zeigte. Danach kurze Fahrt auf die Veste Coburg, hier galt es die tolle Sammlung anzusehen. Wir haben es auch diesmal nicht geschafft, alle Säle zu besichtigen – einfach zu viele Exponate von hervorragender Qualität. Noch Kaffee und Kuchen auf der Terrasse, dann zurück zum Hotel. Diesmal war ein 6- bzw. 8-Gang Gourmetmenue angesagt. Toll war, zu jedem Gang gab es ein Kärtchen mit den Zutaten und dem Koch, der selbst seine Kreation servierte und uns die zeitaufwändige Herstellung erklärte. Ob es einen fein gehobelten geräucherten Garnelenschinken geben muss, ist fraglich. Aber irgendwie witzig, ich hatte noch nie einen gegessen. Und geschmeckt hat mir das Menue über alle Maßen. Auch die Weinauswahl war zwar frankenlastig aber gelungen, für uns gab es keinen Grund zu meckern.

 

Nach einem ebensolchen tollen Frühstück ging es bei leichtem Nieselregen kurz nach Bayreuth und dort zum Hotel Goldener Anker. Das beste Haus am Platz, wir durften früh einchecken und die reservierten Garagenplätze einnehmen. Ja, die Fahrzeuge sind in den letzten 80 Jahren doch etwas breiter geworden, aber mit leichtem rangieren gelang es Allen einzuparken und sogar auszusteigen. Dann durch die Fußgängerzone zum neuen Schloss. Hier wurde die Hygieneregel streng eingehalten, pro Raum waren nur 4 Personen erlaubt.  Weniger prachtvoll wie gestern, aber trotzdem ganz nett. Dann noch trocken in den Park und zum Mittagessen in ein altehrwürdiges Gasthaus. An mehreren Tischen verteilt gab es perfekte Hausmannskost. Danach war der Nachmittag zur freien Verfügung, wir gingen mit Bailey noch mal in den Schlosspark und dann chillen. Pünktlich um 19 Uhr sollte es dann zum nahen Markgräflichen Opernhaus  gehen. Wir warteten im Hotel und dabei stellte sich heraus, dass die Chefin das gebuchte Abendessen nach der Aufführung komplett versemmelt hatte. Zum Glück fand sie die Buchung und versprach ein gepflegtes Menue. Dann  kurzer Weg zum Opernhaus, auch hier chaotische Organisation. Die zugesandten Karten waren ungültig, die gesamte Gruppe wurde in eine Reihe weit vorne ohne Abstand gesetzt, nur wir bekamen zwei Randplätze ganz hinten. Also nochmals hin und reklamiert, dann durften wir in derselben Reihe aber auf der anderen Seite alleine sitzen – wegen der Hygieneregeln. Das Opernhaus ist eine Pracht, konserviert statt neu bemalt. Das Prager Nonett spielte hervorragend, die Sängerin war brilliant und es war ein musischer Hochgenuss. Dann ging es wieder ins Hotel, im Eingang gab es einen Sektempfang und die Chefin verkündete stolz, dass alle 22 Plätze bereit wären. Wir waren aber nur 11 Personen, und so hatten wir das ganze Lokal für uns. Speisen gut, Weine gut – ein perfekter Tag mit kleiner Überschreitung der Sperrstunde.

 

 

 

Am Samstag nach gutem Frühstück wieder blauer Himmel und offen zurück. Wieder durch die schöne fränkische Landschaft zum Landgasthof Meier, wo Alles begann. Ab hier fuhr man auf eigenen Wegen nach Hause, unsere führten über das Altmühltal und Neuburg an der Donau nach Hause, ohne einzigen Tropfen Regen.

 

Fazit: eine tolle Fahrt, Alles hat gepasst und war auf höchstem Niveau. Für uns war es wirklich Alles fast perfekt. Natürlich gab es Winzigkeiten, aber wenn das Gesamtpaket uns so gut gefallen hat, sind sie keine Silbe wert. Grossen Dank an Karin und Harald, die diese Fahrt so aufwändig organisiert haben. Wir werden von dieser Fahrt einen ganzen Winter zehren…………

 

 

……… und so schlecht war das Oldtimerjahr 2020 wirklich nicht

 

 

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Freundeskreis klassischer Automobile