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 LEMMING NEWS  12 - 2020

 

Liebe Lemminge,

nachdem wir uns wieder der Kontaktarmut hingeben, haben wir genügend Zeit das Jahr an uns vorüber ziehen zu lassen. Zuerst einmal ein Blick in den verbleibenden Rest. Wir werden etwas sehr seltenes erfahren dürfen, nämlich eine ruhige und beschauliche Weihnacht. Durch die Seuchen-Einschränkungen ohne landesweite Weihnachtsfeiern mit ungewollter Steigerung der Geburtenrate im September, keine Familienstreite unter dem Tannenbaum und keine frustrierten Blicke der Beschenkten beim Auspacken der Geschenke. Ja, ein sehr ungewohntes Weihnachten, viele werden es vermissen.

 

Und was soll man zwischen den Feiertagen tun, wenn man nicht einmal die zugeteilten Geschmacklosigkeiten umtauschen kann wegen Lockdown? Zum Glück kaufen wir unsere Weihnachtsgeschenke immer am letzten Drücker, dann ist die Qual der Wahl nicht mehr so groß, quasi Reste-Shopping. Ist ja auch egal, wird sowieso umgetauscht. Aber jetzt sind die Geschäfte zu und Online geht auch nicht, das mussten wir unserem Paketboten fest versprechen. Intern schenken wir uns schon seit Jahren außer Liebe und Kalorien nichts mehr, es hat die Stimmung an Heilig Abend unbeschreiblich verbessert. Natürlich werden uns auch die dreimal Brunch und vier Kaffeetafeln am ersten Weihnachtstag fehlen – man wollte ja niemand enttäuschen und absagen. Das einzige verbliebende Problem sind die Geschenke für die Nachbarn – wenn wir selbst nichts bekommen, mit was sollen wir dann rotieren? Aber dafür wird es beschaulich und stressfrei, der Baum war noch nie so früh geschmückt, Ausgangssperre führt zu neuen Hobbys wie Silber putzen oder Decken streichen. Und ich hätte nie gedacht, dass ich mich aufs Entsorgen am Wertstoffhof so freuen kann. Und wenn wir abends dann so beschaulich vor dem Fernseher sitzen und einen (oder mehr) Aperol genießen, dann geht es uns richtig gut.

 

Beim Fernsehprogramm gibt es eigentlich nur zwei Alternativen, entweder Talkshows mit total wichtigen Menschen die pausenlos: warnen, befürchten, fordern, denken dass oder der Meinung sind. Nur die Realität hält sich nicht an Ihre Thesen. Darum wird endlich für 2021 von der Regierung ein verbindlichen Plan mit festen Terminen zur Pandemie vehement gefordert. Vollkommen richtig, ich habe Herrn Merz deshalb per Email aufgefordert, mir einen verbindlichen Plan der Sonnentage von April bis Oktober 2021 zu geben. Bisher keine Antwort, sie arbeiten vermutlich noch daran. Eigentlich reicht es doch vollkommen, die täglichen Neuinfektionen und Todeszahlen zu lesen, um die Situation zu erkennen. Die andere Alternative ist einfach schön, man wird automatisch ins vergangene Jahrtausend versetzt, denn die meisten TV-Angebote sind älter als 20 Jahre. Auch den Komödienstadel von 1970 haben wir genossen weil klar war, dass von den Protagonisten keiner mehr lebt. Und dann die ‚Glorreichen Sieben’ von 1965 mit Yul Brynner. Damals war eine Glatze nicht automatisch ein Nazi der wahllos Personen anderer Hautfarbe abknallt. Nein, er war Cowboy und hat im Film wahllos Personen anderer Hautfarbe abgeknallt.

 

 

Studien haben ergeben, dass der Alkoholismus wegen Corona stark gestiegen ist. Stimmt doch nicht, durch einen intensiven Selbstversuch haben wir erkannt, die Ursache ist das Fernsehprogramm. Bei eingeschaltetem TV wird der Durchsatz von Aperol verdreifacht. Deshalb wurden ja auch die Werbepausen erhöht und verlängert. Deshalb haben wir beschlossen, an Heilig Abend den Kasten nicht einzuschalten, auch wenn ‚Der kleine Lord’ oder ‚Der Grinch’ so verlockend sind. Wir werden uns unter den Klängen einer Spieluhr kräftig Einen hinter die Krippe kippen. Wahrscheinlich stillos, denn wir haben noch nicht einmal Jogginganzüge. Gleich darauf dann die nächste Katastrophe, Silvester. Seit Jahren zelebrieren wir in Smoking und Abendkleid einen überaus gepflegten Jahreswechsel mit mindestens 6 Freunden und noch mehr Gängen. Für dieses Jahr haben wir sogar eine 4. Schlafstelle geschaffen, um den Kreis zu erweitern. Und nun das – 5 Personen aus zwei Haushalten. Ich Frage mich seit der ersten Bekanntgabe, wie sie auf diese Zahl kamen. Denn Kinder sind ja ausgenommen. Also eventuell Haushalt mit Großeltern? Aber warum dann nur Eine Person. Was passiert, wenn beide Großeltern noch leben? Dann darf man nur einen weiteren Singlehaushalt einladen? Wir kennen nur einen Single, und der ist gerade auf der Flucht vor der Tristesse. Und dann sogar Feuerwerksverbot. Wenn es dann noch knallt, kann es ja nur ein Suizid oder das Ende häuslicher Gewalt sein.

 

Hoffentlich wird es im Neuen Jahr wenigstens das Neujahrskonzert geben. Aber vermutlich ohne Publikum - wenn aber beim Radetzky-Marsch geklatscht wird, dann ist es mit ziemlicher Sicherheit eine Wiederholung von 1970 – aus oben aufgeführten Gründen aber dennoch amüsant. Zurück ins Jahr 2020. Am Anfang war es wie immer, es wurde heftig das Jahr vorgeplant. Dann muss irgendeinem Chinesen das Carpaccio aus Fledermaus an Gürteltier nicht bekommen sein und plötzlich hatte die italienische Bezeichnung für Krone eine böse Bedeutung. Übrigens, in unserer Strasse haben wir seit Jahrzehnten mit Corona zu tun, denn schräg gegenüber lebt ein Italiener namens Luciano Corona. Ich glaube er dachte sogar über eine Namensänderung nach, aber Luciano Covit-19 klingt auch nicht besser. Sowieso, es war Interessant anzusehen, wie in China Millionenstädte isoliert wurden und in 3 Wochen Krankenhäuser aus dem Boden gestampft wurden. Dann kam das Virus auch nach Deutschland – viele dachten aber, es kriegen nur Leute die Schiebedächer und Standheizungen bauen. Dies war der Zeitpunkt, in dem wir uns mit Masken und Latexhandschuhen eingedeckt haben. Nein, es war nicht weitsichtig – hätte ich unser gesamtes Vermögen in Klopapier investiert…… Aber irgendwie nahm niemand diese Pandemie ernst. Viele gingen in Winterurlaub, andere feierten fröhlich Fasching und auch wir fuhren unbekümmert nach Maastricht zu einem tollen Weekend mit Besuch der Oldiemessen und schönem Programm.. Dann schlug das Virus Europaweit zu. Alle Veranstaltungen wurden verboten und schon hatten wir den Lockdown – alle Räder standen still und eine halbe Million Deutsche mussten von der Regierung aus dem Ausland geholt werden. Der Begriff Urlaubernation muss schwer erkämpft werden. Ganze Orte gingen in Quarantäne, einige Skiparadiese sahen es anders, Kreuzfahrtschiffe lagen in Häfen in Quarantäne und…………… Die Regierung bemerkte jetzt, dass für so einen Ausbruch Schutzkleidung und Masken fehlen – und China konnte nicht liefern. Deshalb kam man auf die glorreiche Idee zu sagen, Masken schützen nicht - um Hamsterkäufe zu vermeiden. Es gab ja auch keine, also wechselten die Hamster zu Klopapier. Macht ja Sinn, der Körper hat viele schützenswerte Schleimhäute. Und dann noch mehr als einmal am Tag die Hände waschen – wahrscheinlich die Geburtsstunde der Querdenker. Wir wurden auf englisch isoliert – social distancing klingt nach einem Waschmittelzusatz und tut nicht weh - alle Messen und Veranstaltungen wurden abgesagt – Ruhe in der Oldieszene. Langsam gewöhnte man sich an die Situation, und schon im Mai wurden Hotels und Restaurants wieder geöffnet. Am 1. Juni veranstaltete der FkA seine erste Versammlung unter freien Himmel, von der Obrigkeit genehmigt und auf eine Stunde begrenzt. Es war ein gelungenes Pfingst-Picknick bei schönstem Wetter.

 

Am 27. Juni gab es die luxuriöse Weekend-Tour zur Schloßanger-Alp, eine überaus gelungene Fahrt mit einer Übernachtung – alles unter strengen Hygieneregeln. Der Bann war gebrochen. Am 3. Juli ging es dann mit den Figaros nach Schwäbisch Hall, auch hier schönstes Wetter und eine gelungene Ausfahrt. Am 16. Juli fuhren wir zur Bierbaum-Ersatzfahrt nach Garmisch – das Hotel verweigerte eine Rückerstattung der Buchung – also machten wir eine kleine Ausfahrt täglich, der Oldtimerklub Siegen schloss sich uns an – seitdem wissen wir, was wir an unseren Lemmingen haben – wir lieben Euch dafür. Am 15. August lud Schorsch zu einem Picknick auf seiner Datschia unweit des Deininger Weihers ein – schöne Fahrt – tolles Wetter – super Stimmung.

 

 

Am 16. September 3 Tage Gipfeltreffen zur Bibermühle in Blumenfeld. Auch hier tolles Programm, tolles Hotel und wunderbare Strecken. Dann am 4. Oktober unser 3. Picknick, auch wieder bei Traumwetter vom Jexhof nach Dirlesried. Und als krönender Saisonabschluß am 21. Oktober die Herbstfahrt nach Wirsberg und Bayreuth, tolles Programm mit Konzert im Barocktheater und feinen Speisen. Insgesamt haben wir in Oldtimern doch 3.353 Km abgespult. Nicht schlecht für ein Jahr mit diesen massiven Einschränkungen. 8 schöne Events und vollkommen ohne Ansteckungen.

 

Also weiter ins Oldtimerjahr 2021 – was wird uns das Jahr bringen? Natürlich erst einmal der Fortgang der Pandemie. Also werden wir uns weiterhin einschränken, Kontakte vermeiden und uns so gut es geht schützen. Die Alternative Corona und Querdenken kann letztlich zum Tod führen, bei Corona Lungenversagen und beim Querdenken zum Hirntod. Wenn eine Gruppierung glaubt, wegen ihrer massenhaften Randalegelüsten ohne Masken und Abstand kann man den Tod älterer und kranker Menschen durchaus billigend in Kauf nehmen, dann ist dies nicht Ruf nach Freiheit sondern egoistischer Rassismus. Eine Seuche kann man nur mit drastischen Hygieneregeln und Impfungen eindämmen, nicht mit Demonstrationen und Verweigerung. Bei der Pest im Mittelalter haben Hexenverbrennungen auch nicht viel gebracht. Also werden wir auch mindestens im ersten Halbjahr massive Einschränkungen erleben. Die Retro Stuttgart hat deshalb ihre Messe von Februar auf Juni verlegt, vermutlich der richtige Schritt. Aber es bedeutet ja nicht zwangsläufig, dass es keine Oldievents geben wird. Immerhin hat der FkA dieses Jahr vier Fahrten mit Übernachtungen und drei Picknicks durchgeführt. Und die Hygienemaßnahmen waren offensichtlich erfolgreich, denn Niemand ist nach unserem Wissen erkrankt.

 

Deshalb haben wir uns an die Planung von 2021 gemacht und einen vorläufigen Kalender erstellt. Der FkA wird die Veranstaltungen je nach Pandemielage beschließen, aber wir werden auf jeden Fall dabei in Deutschland bleiben. Erfahrungen haben gezeigt, dass selbst ein regionaler Ausbruch bei Grenzübertritt zu Quarantäne und damit zur Absage führen kann. Picknicks sind im Kalender nicht aufgeführt, da sie keinen großen Aufwand machen und damit schnell organisiert werden können. Für Anregungen sind wir offen. Wir sind der Meinung, dass wir in Mitteleuropa sowohl medizinisch als auch wirtschaftlich priviligiert sind. Und deshalb haben wir keinen Grund zu meckern. Vielmehr sollten wir beginnen Global zu denken und zu versuchen, weltweit zu Impfen. Nur die reichen Länder zu schützen wird die Pandemie nicht besiegen. Und Impfstoffe zu horten wäre ein Verbrechen an der Menschheit

 

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Grüße Oberlemminge

 

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Freundeskreis klassischer Automobile